Streitgespraech ueber Online-Durchsuchung

BundestrojanerGestern wurde im ZDF ein “Streitgespraech” zwischen Juergen Trittin und Wolfgang Bosbach ausgestrahlt, welches ihr euch unbedingt anschauen solltet.

Ich persoenlich finde die Argumentation von Herrn Bosbach nicht wirklich ueberzeugend, vor allem merkt man, dass er von der Thematik im grossen und ganzen keine Ahnung hat.
Ich zitiere: “Fachleute haben ueberhaupt keinen Zweifel daran, dass wir diese Massnahme brauchen.” Da frag ich mich jedesmal wer diese sogenannten “Fachleute” ueberhaupt sind.

Selbst ich kenne, und ich bin ganz sicher kein Terrorist, genug Wege und Moeglichkeiten im Internet anonym zu surfen, zu chatten und Email zu verschicken und damit mein ich nicht einfach nur die Benutzung irgendeines Anonymizers.

Kein Terrorist wird so doof sein und irgendeine Email vom Finanzamt oeffnen, abgesehen davon wuerde ich wahrscheinlich auch keine Email vom Finanzamt oeffnen, mit der Annahme, dass es sich sowieso um Spam handelt.

Das Beispiel von Herrn Trittin mit den Internet Cafés fand ich schon ziemlich gut, denn welcher Schwerverbrecher wickelt seine Kommunikation schon ueber den eigenen Internetanschluss ab?

Meiner Meinung nach ist die einzige Moeglichkeit sich so ‘nen Trojaner einzufangen die manuelle Installation durch das BKA oder wer auch immer damit versuchen sollte die Daten auszuspionieren, aber das empfinde ich dann schon als einer schwere Verletzung der Privatssphaere, denn im Gegensatz zu einer normalen Hausdurchsuchung muessten die Behoerden den Trojaner ja dann installieren wenn man nicht anwesend ist.

Was haltet ihr von der Online-Durchsuchung? Ist sie wirklich notwendig um unser schoenes Deutschland vor vermeidlichen Terroristen zu schuetzen oder ist das der direkte Weg zu einem Ueberwachungsstaat?

Unbedingt anschauen: Berlin Direkt – Streitgespraech ueber Online-Durchsuchung (“Zur ZDFmediathek” anklicken)

7 thoughts on “Streitgespraech ueber Online-Durchsuchung

  1. [irony]Online-Durchsuchung… super Idee!

    Die ganzen Terroristen kennen bestimmt auch keine Möglichkeiten, ihre Mails mit PGP oder ähnlichem zu verschlüsseln. Die sind ja so unglaublich dumm…[/irony]

    Ne, mal im Ernst, gehts noch? Ich bin der Meinung, dass du den Nagel mit der Aussage “…von der ganzen Thematik keine Ahnung…” genau auf den Kopf getroffen hast. Aber so ist die deutsche Politik nunmal. Menschen treffen Entscheidungen über Dinge, von denen sie keine Ahnung haben.

    Eine weitere interessante Quelle zum Thema:
    http://www.daten-speicherung.de

  2. also ich bin einfach nur wütend, dass herr schäuble diese onlinedurchsuchung überhaupt in betracht zieht. ich bezeiche mich jetzt mal als ganz naiven nutzer des internets der keine ahnung hat, wie man seine aktivitäten dort “verschleiern” könnte. kann sein, dass ich deshalb gar kein opfer der online-durchsuchung wäre, kann aber auch sein, dass jemand hinsitzt und mein onlineleben durchforstet. seh ich aber nicht ein, auch wenn ich jetzt nicht der meinung bin, dass ich was zu verstecken hätte, aber es geht einfach niemanden etwas an. punkt. wer war das nochmal mit der idee in allen emails möglichst oft die wörter bombe, terror und binladen zu verwenden, so dass alle warnsysteme von irgendwelchen regierungen durchdrehen? ich meine, wenn es zur genehmigung der onlinedurchsuchung kommt, dann kommt doch bestimmt irgendwer und legt das ganze wieder lahm? ist das die letzte hoffnung? muss ich jetzt zum nerd werden, damit niemand rausfinden kann, was ich in den letzten zwei monaten eingekauft habe??? und wenn nicht, schmeiß ich dann meinen laptop zum fenster raus??

  3. Grundsätzlich spricht ja nichts gegen die Online-Überwachung von Terroristen. Das Problem ist allerdings, dass es nicht bei der Überwachung von möglichen Terroristen bleiben wird, sondern auch der auch normale Nutzer dieser Überwachung untersteht. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass gewisse Industriezweige auch Interesse an einer Online-Durchsuchung der Bevölkerung hätten, beispielsweise die Musikindustrie. Meine einzige Sorge wäre, dass meine Daten weitergegeben werden.

  4. ist der weg erst mal geebnet, finden auch andere Interessenten den weg in die online überwachung, wie lukas angeführt hat. Durch korruption oder lobbyismus, das ist egal, soetwas braucht nur zeit.
    und wenn es onlineüberwachung gibt, finden terroristen wiederum andere wege um dieser zu entgehen. Ob mit irgendwelchen schutzmaß0namen über programme oder was weiß ich was es für möglihckeiten gibt oder indem sie andere wege der komunikation nutzen. Wie schon bisher, finden wir einige aber andere kommen zum ziel und plazieren die bombe. Und jeder “Fund” oder”Fang” von seiten des staates durch die online+überwachung wird als extrem posives ergebnis dargestellt werden, und die gesellschaftr für weitere Kontrollmaßnamen desensibilisieren. Wie hoch auch die kontrolle ist, sicher wird man nie sein, und am ende muss man fürchten dass man nicht mehr sicher vor dem staat ist. von daher würde der schritt zur onlineüberwachung, höchstens ein türöffner für den kontrollstaat darstellen, die gefahr aber niemals bannen.

  5. Wer will noch sein Heimat hassen ? Niemand !

    So lang man gut lebt, warum soll was böses tun ?

    Das tut man nur dort, wo man nicht denken und leben kann.
    Das ist so

  6. Ja Leute, sieht so aus als würde die Informationstechnologie uns bald über den Kopf wachsen. Den neben den halbstaatlichen Monopolunternehmen wie Google und Google Earth werden wir bald für Staat und sämtlichen Machtgruppen durchsichtig sein, wenn zugleich die Zensur durch diese Unternehmen und den Staat zunehmen. Und wenn man dann noch die letzte Anonymität des Privatlebens mittels Gesetzgebung mit Füssen treten will, sind wir wohl von einer Überwachung wie Sie schon einmal in dunklen Zeiten in Deutschland vorherrschte nicht mehr weit entfernt. Spätestens wenn unsere Meinungen nicht mehr in Foren wie dieses gepostet werden dürfen, wissen wir, es ist zu spät. Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass die Terrorvermeidung eher Vorwand für einen Polizeistaat sind als das es hier um unsere Sicherheit geht.

    Denn 1. – die richtigen Terroristen dieser Zeit sind nicht so blöd, solche Spuren im Netz zu hinterlassen, die über die Gesetzgebung ausspioniert werden könnten. 2. Selbst wenn damit 50% oder mehr, der insgesammt durch Terrorismus verursachten Todesfälle und Schäden mit dieser Art der Überwachung verhindert werden könnten, ist der Preis, “unsere Freiheit und Privatsphäre” zu hoch. Denn die Geschichte der Menschheit und vorallem die deutsche Geschichte (3. Reich und DDR) ist das beste Beispiel dafür, dass diese Macht zur Überwachung missbraucht wird.

    Solange mehr Menschen durch Verkehrsunfälle, Drogen, Hunger, Krieg und Krankheiten sterben, haben wir noch etliche andere Möglichkeiten Menschenleben zu retten, bei denen unsere Privatsphäre nicht auf dem Spiel steht. Außerdem wette ich, dass weit über 50% unserer Mitbürger kleine Ordnungswidrigkeiten begangen haben, die den Leuten überhaupt nicht bewusst sind. Und genau diese würden alle zufällig mitentdeckt und irgendwann eben doch dann geahndet. Spätestens dann wenn wieder mal zufällig festgestellt wird, das die Staatskasse ein Finanzloch hat. Aber wie will man diesen Prozess aufhalten. Ich vermute nämlich, dass Herren wie Schäuble und Co. größeren Einfluss auf unsere Gesellschaft haben, als alle Leute zusammen, denen diese Entwicklung überhaupt auffällt. Mal sehen was wir in fünf Jahren zu dem Thema sagen werden.

    Ich bitte meine Rechtschreibfehler und verschachtelten Sätze zu später Stunde zu entschuldigen.

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